Hygieneprodukte mit Alkohol – (k)eine gute Idee?

Desinfektionsmittel ist nicht gleich Desinfektionsmittel – es gibt viele Stoffe und chemische Verbindungen mit desinfizierender Wirkung – doch nicht jedes Mittel ist für jede Anwendung geeignet. Dabei unterschiedet man zwischen Handdesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmitteln und zum Beispiel auch Kombinationsprodukte, die für beide Anwendungen geeignet sind.

Typisch sind Desinfektionsmittel auf Basis von Alkohol, die man auch aus dem Krankenhaus oder Arztpraxen kennt. Vor allem während der letzten Monate steht dem Verbraucher eine Vielzahl von unterschiedlichen Mitteln zur Auswahl. Anfang April hat die BauA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) eine Ausnahmezulassung herausgegeben, sodass z.B. Apotheken, die Chemie-Industrie oder Personen des öffentlichen Rechtes die Nachfrage nach Desinfektionsmittel durch eigene Herstellung decken können. Eine Folge daraus ist, dass nun unter anderem auch Mittel auf dem Markt verfügbar sind, die weiterhin nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Bei der Auswahl eines geeigneten Desinfektionsmittels gilt es die Eigenschaften verschiedener Mittel abzuwägen. Wir schauen uns einfach mal die momentan hauptsächlich verfügbaren Wirkstoffe an – Mittel auf Alkoholbasis und auf Basis von Aktivchlor.

Der VAH (Verbund für angewandte Hygiene) empfiehlt eine Konzentration von 80% Ethanol in alkoholbasierten Mitteln. In dieser Konzentration ist Ethanol brennbar, kann entzündliche und betäubende Dämpfe entwickeln, ist augenreizend und somit auch als Gefahrenstoff deklariert. Diese Mittel werden vorrangig im medizinischen Bereich eingesetzt, da die Wirkung schnell eintritt und das medizinische Fachpersonal für Desinfektionsmaßnahmen geschult ist. Bei der Anwendung im privaten Bereich ist Vorsicht geboten.

In einer Stellungnahme von DVV (Deutscher Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten) und GfV (Gesellschaft für Virologie e.V.)  wird auch darauf hingewiesen, dass die Anwendung alkoholischer Lösungen aufgrund der Brand- und Explosionsgefahr nur unter bestimmten Bedingungen vorrangig für kleine Flächen zulässig ist.

Gibt es Alternativen?

Als Alternative zu Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis bieten sich Mittel mit anderen Wirkstoffen an, zum Beispiel Aktivchlor. Dieser Wirkstoff ist schon in geringen Konzentrationen hochwirksam und ein starkes Oxidationsmittel. Er reagiert schnell mit Molekülen wie Proteinen, Aminosäuren, Peptiden, Lipiden und DNA/RNA. Daher zerstört er Zellwände, Membranen und DNA und inhibiert die Funktion von Enzymen. Dabei kann er sogar Zellwände und Membranen passieren und daher auch im Inneren z.B. eines Keimes wirken.

Dieses Desinfektionsmittel ist nicht als gefährlich eingestuft gemäß Verordnung (EU) 1272/2008 (CLP) und kann wirkungsvoll und zuverlässig überall eingesetzt werden. Auch aus diesem Grund muss der Verbraucher auf keine Gefahrenstoffhinweise oder auf einen speziellen Umgang mit dem Mittel beachten. Auch bei Kontakt mit der Haut oder auch Wunden sind keine negativen Eigenschaften bekannt. Menschen mit Chlorallergie sollten jedoch auf einen anderen Wirkstoff zurückgreifen.

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